Feuilleton

Peace, Love, Christmas Coffee.

Die Aufgeblätterte Advents-Kaffeekolumne

Die Vorweihnachtszeit: Es die Zeit, in der unser Konsumverhalten bei vielen einen Höhepunkt annimmt und wir von einem Termin zum anderen Weihnachtsfest zu hetzen scheinen. Dabei sollte es eigentlich eine besinnliche Zeit sein, in der wir auch mal mehr über uns und eben auch über unser Konsumverhalten nachdenken – zum Beispiel bei einer Tasse Kaffee, die wir im stressigen Geschenkeeinkaufstroubel jedoch gern nicht so besinnlich als Coffee to Go unterwegs zu uns nehmen.

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Mit dem Kaffeebecher unterwegs in Charlottenburg

In Deutschland werden nach Errechnungen der Deutschen Umwelthilfe rund 320.000 Kaffebecher pro Stunde, ungefähr 2,8 Milliarden pro Jahr  verbraucht. Das entspräche ungefähr 40.000 Tonnen Einwegbechermüll jährlich.

Eine Möglichkeit in diesem Zusammenhang selbst umweltbewusster zu handeln und das nur mit nur geringem Aufwand, wäre, einen eigenen Kaffeebecher mitzunehmen. Seit ich meinen Kaffeebecher regelmäßig dabei habe, merke ich übrigens auch, dass damit Kaffe trinken selbst to go mehr ein Genusserlebnis wird. Aus einem richtigen Becher trinkt es sich eben doch schöner als aus Pappe.

Einige Cafés bieten schon häufiger bei Mitnahme eines eigenen Kaffeebechers sogar Vergünstigungen an. Doch wie ist es mit den Cafés in Berlin? Unterstützen sie schon diese neue Bewegung und zeigen so ein Zeichen für mehr Umweltbewusstsein?

Franzi von Briefkastenliebe und ich beschlossen also nun ab sofort immer einen Kaffeebecher in der Tasche zu haben und in Berlin mit unserer gemeinsamen Kolumne „Aufgeblätterte Kaffeekolumne“ mal Kiez für Kiez auszuprobieren, inwieweit die Berliner Cafés schon das Prinzip des Coffee to Brings unterstützen. Nachdem Franzi im ersten Beitrag sich in Kreuzberg näher umgeschaut hat, habe ich mal geprüft, ob die gut betuchten Charlottenburger wirklich schon Umweltbewusstein als Trend leben, wie man es ihnen gern nachsagt.

In der Nähe der Technischen Universität und des Savignyplatzes tummeln sich viele Touristen und Studenten. Beides sind Zielgruppen, die gern mal für einen Coffee to Go zu haben sind. Doch wie steht es mit den Cafés in der Umgebung in puncto Kaffeebecher? Ich habe mal zwei Cafés getestet, die ich selbst aufgrund ihres leckeren Angebots an Heißgetränken gern besuche. Da sie auf meinem Weg zur S-Bahn- und U-Bahn-Station liegen, sind sie zudem, offen gestanden, öfter mal mein Anlaufpunkt für einen Coffee to Go.

Noch vor nicht allzu langer Zeit eröffnete das „Coffee Drink Your Monkey“ direkt an der S-Bahn-Station Savignyplatz, ein Café der klassischen Berliner Art: Alternativ mit vielfältigem Kaffeeangebot, frischen Bio-Säften und Kuchen, die mit Liebe und nachhaltigen Produkten zubereitet sind – also ein Café was in seinem Image prädestiniert zu sein scheint, auf Umweltbewusstsein Wert zu legen und so aktiv ein Unterstützer des individuellen Kaffeebecher-Mitbring-Systems werden zu wollen – Leider ist das nur so halb der Fall, wie ich feststellen musste.

Mein Kaffeebecher wird zwar gern freudestrahlend entgegen genommen sowie aufgefüllt, aber leider ohne Belohnung, da der Kaffee nicht vergünstigt angeboten wird. Hier besteht für mich auf jeden Fall noch Handlungsbedarf. Ich besuche das Café gern, aber gerade da der Kaffee auch so nicht der günstigste ist, wäre ein vergünstigtes Angebot beim mitgebrachten Kaffeebecher ein attraktiver Anreiz, der gleich noch zum bewussten Mitdenken anregt.

Die Giro Coffee Bar, welche direkt am Ernst-Reuter-Platz liegt, besticht auch mit einem besonderen Kaffeeangebot von hoher Qualität. Durch seine urige Atmosphäre bietet es ein ideales Anlaufziel für den Morgenkaffee Richtung Universität und U-Bahn.

Hier wurde mein Kaffeebecher auch lächelnd entgegengenommen und zwar mit den Worten: „Sehr gern!“, als ich fragte, ob ich den Latte Macchiato in meinem eigenen Becher gefüllt bekommen könnte. Belohnt wurde ich hier außerdem mit einer Vergünstigung von 20 Cent, was über dem Durchschnitt von rund 5-10 Cent vieler anderer Cafés liegt. Das gibt definitiv Pluspunkte und auch eine Belohnung meinerseits, indem ich hier bestimmt ab sofort öfter meinen Kaffee vor der Arbeit holen werde.

Es ist ein toller Fortschritt, dass immer mehr Cafés den Kaffeebecher akzeptieren und auch ihr Angebot billiger anbieten. Dennoch muss weiterhin ein Umdenken stattfinden, auch in Berlin. Klar wird nicht der einzelne Kaffeebecher gleich die Klimaerwärmung lösen, aber wenn irgendwann von 320.000 am Tag allein 10 % oder mehr eingespart werden würden, kann sich das durchaus im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen, für das Café, für den Verbraucher und für die Umwelt – in diesem Sinne, meine Worte zum Adventssonntag: Peace, Love & Coffee.

To be continued…

 

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